Auf einen Therapieplatz warten - was in der Zwischenzeit mit uns passiert
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Wer in München auf einen Therapieplatz wartet, kennt diesen Moment: Man hat den schwersten Schritt schon hinter sich - Zugegeben, dass etwas nicht mehr geht, Praxen angerufen, auf Rückmeldungen gewartet. Und dann kommt die Antwort, die viele kennen: Wartezeit sechs Monate. Wir melden uns, wenn etwas frei wird. Was danach kommt - dieses Dazwischen -, wird selten benannt. Dabei ist es oft die Zeit, die am meisten kostet.
Was mit dem Nervensystem passiert, wenn Hilfe ausbleibt
Bei anhaltender Belastung - wie z.B. durch Erschöpfung, Angst, dem Gefühl, innerlich am Limit zu sein - bleibt das Nervensystem in erhöhter Bereitschaft. Es scannt kontinuierlich nach Sicherheit, sucht nach einem Signal, dass sich endlich etwas verändert. Nur in der Wartezeit kommt dieses Signal oft nicht von alleine.
Im Gegenteil: “Ich habe um Hilfe gebeten und die Hilfe kommt nicht” ist für ein Nervensystem, das ohnehin schon viel trägt, keine neutral wirkende Nachricht. Es ist eine weitere Bestätigung, dass die Situation noch nicht sicher ist. Des weiteren können mit Sicht auf negative Glaubenssätze, sich diese weiter manifestieren.
Viele Menschen erleben deshalb, dass ihre Symptome in dieser Phase schlechter werden. Eben nicht weil sie selbst schwächer werden, sondern weil ein Nervensystem im Dauerstress sich erschöpft. Es harrt nicht einfach aus. Es zehrt sich auf.
„Jetzt noch ein bisschen durchhalten" & warum das so schwer ist
Was wir uns in dieser Zeit oft sagen und was andere gut gemeint von außen sagen, klingt ungefähr so: Reiß dich zusammen. Noch ein bisschen. Du schaffst das. Der Wille dahinter ist gut, aber er trifft nicht ganz, was gerade gebraucht werden würde. Ein Nervensystem, das schon lange getragen hat, erholt sich nicht durch noch mehr Tragen. Es erholt sich durch das Gefühl von Sicherheit, durch echten Kontakt, durch Momente, in denen etwas wirklich nachlässt - nicht weil man sich zusammenreißt, sondern weil Raum entsteht, seine inneren Empfindungen zuzulassen.
Durchhalten kostet Kraft. Und diese Kraft haben viele Menschen in dieser Phase schlicht nicht mehr zur Verfügung.
Was in der Zwischenzeit einen Unterschied machen kann
Es gibt keine universelle Antwort, aber es gibt Dinge, die einem erschöpften Nervensystem eher helfen als andere. Keine Liste die man abhaken muss, sondern Orientierungspunkte für eine Zeit, in der vieles ungewiss ist.
Kleine, verlässliche Ankerpunkte im Tag. Nicht als Leistung, sondern als Signal an das Nervensystem: Hier ist etwas Stabiles. Ein fester Rhythmus: aufstehen, essen, draußen sein - gibt Orientierung, ohne zu fordern. Nicht weil Struktur heilt, sondern weil sie eine Form von Verlässlichkeit schafft, die das System beruhigt.
Den Körper einbeziehen, nicht übergehen. Psychische Belastung sitzt nicht nur im Kopf, sie zeigt sich in der Brust, in der Atemtiefe, in der Anspannung der Schultern. Sanfte Bewegung, Wärme, ein bewusstes Ausatmen: Das sind keine Methoden, die man beherrschen oder richtig anwenden muss. Es ist der Kontakt mit sich selbst und manchmal reicht das als erster Anker zur Stabilität.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter:
→ Was bei einer Panikattacke im Körper passiert – und warum das mit dem Nervensystem zusammenhängt
→ Vagusnerv einfach erklärt – der Nerv, der zwischen Alarm und Ruhe vermittelt
Sich nicht alleine lassen mit dem, was ist.
Verbindung - echte, menschliche Verbindung - beruhigt das Nervensystem auf eine Weise, die keine Selbsthilfestrategie ersetzen kann. Manchmal reicht ein offenes Gespräch mit einem vertrauten Menschen. Manchmal nicht und das ist auch eine Aussage, die es wert ist, ernst genommen zu werden.
Eine Möglichkeit, die viele nicht kennen
Was wenige wissen: Wer auf einen Kassentherapieplatz wartet, kann in dieser Zeit trotzdem psychotherapeutische Begleitung in Anspruch nehmen - in einer Privatpraxis, als Selbstzahler, ohne Antragsverfahren und ohne Diagnosepflicht. Ohne dass diese Begleitung in der Krankenversicherungsakte landet.
Diese Möglichkeit ist vielen nicht bekannt. Ein späterer Wechsel zu einem Kassentherapeuten bleibt dabei jederzeit offen. Das bedeutet: die Begleitung überbrückt, sie schließt nichts aus. Und die Unterstützung kann genau dort ansetzen, wo Sie gerade stehen.
→ Was Psychotherapie als Selbstzahler bedeutet – Kosten, Rahmen und häufige Fragen
Wenn Sie gerade in dieser Wartezeit sind
Dann möchte ich Ihnen eines mitgeben: Der Schritt, den Sie gemacht haben - Hilfe zu suchen –, war richtig.
Er sagt etwas über Ihren Mut, nicht über Ihre Schwäche. Und dass das System langsamer als der Bedarf ist, sagt nichts darüber aus, wie wichtig Ihr Anliegen ist.
Es ist wichtig. Und Sie müssen diese Zeit nicht alleine tragen.
Wenn Sie überlegen, ob eine psychotherapeutische Begleitung während der Wartezeit für Sie in Frage kommt: In meiner Privatpraxis in München-Hadern sind aktuell freie Plätze verfügbar. Ein Erstgespräch ist in der Regel innerhalb von etwa zwei Wochen möglich – ohne lange Vorlaufzeit, ohne Kassenanträge.
Erfahren Sie mehr zur aktuellen Verfügbarkeit von Terminen in meiner Praxis.
Weil Sie eine Begleitung verdienen, die genau zu Ihnen passt!
Ich bin Ramona Binöder, Heilpraktikerin für Psychotherapie in München-Hadern. In meiner Privatpraxis begleite ich Erwachsene mit einem integrativen Ansatz, der systemische Gesprächstherapie, Nervensystemregulation und körperorientierte Methoden verbindet – auf mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter meinem Therapieansatz.

